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17 überraschende Gründe, deine Konflikte zu lieben

17 überraschende Gründe, deine Konflikte zu lieben

Axel Maluschka     28. März 2016     2

Ich beichte: Ich bin kein Sadist.

Ich bin leicht dominant. Aber kein Sadist.

Ich füge anderen Menschen regelmäßig Schmerzen zu. Jedoch nicht zu meinem Vergnügen.

Diese Schmerzen sind sowohl körperlicher als auch psychischer Natur.

Ich verursache sie aus nur einem Grund: Sie sind gut für den anderen. Sie helfen ihm.

Und wobei?

Bei der persönlichen Entwicklung. Beim Wachstum. Bei der Entfaltung.

Glaubst du nicht?

Warum du mir glauben kannst

Jegliche Veränderung schmerzt.

Das Gehirn will gern in einem Zustand bleiben, in dem es die wenigste Energie verbraucht.

Blöd ist nur: Veränderung verbraucht Energie.

Lernen verbraucht Energie.

Wachstum verbraucht Energie.

Damit wir dennoch lernen – und am besten gerne lernen – hat das Hirn seine eigenen Drogen. Wenn wir uns für etwas begeistern, lernen wir. Schnell und nachhaltig.

Der Hirnforscher Gerald Hüther sagt:

„Begeisterung ist der Dünger fürs Hirn.“

Fehlt der Dünger, wächst nur wenig.

Versuchen wir demnach, ohne Begeisterung etwas zu lernen, muss das scheitern. Oder an wie viele lateinische Vokabeln oder historische Zahlen kannst du dich noch erinnern?

Auch du hast den Schmerz schon oft gespürt

Veränderung und Wachstum gehen immer mit Schmerz einher. Hast du schon einmal trainiert? Wolltest du Muskulatur auf- und Fett abbauen?

Dann kennst du das.

Anfangs musst du dich aufraffen und quälst dich durchs Training. Psychischer Schmerz.

Dann brennen deine Muskeln. Du bist platt. Und am nächsten Tag hast du Muskelkater. Physischer Schmerz.

Dein Körper verändert sich. Und das tut weh.

Auf der psychischen und der sozialen Ebene ist es genauso.

Wenn du dein Verhalten, dein Weltbild oder deine sozialen Beziehungen veränderst, tut das weh.

Und alles, was weh tut, ist ein Igitt-Thema. Irgendwie widerlich und ekelhaft.

So wie Konflikte.

Warum wir darüber hinaus Konflikte nicht mögen

Es gibt noch mehr Gründe als der Schmerz:

  • Wir verwechseln Konflikt mit Streit.
  • Wir wollen nett sein und den anderen nicht verletzen. So versäumen wir beispielsweise, unsere Grenzen zu setzen.
  • Nur wenige Menschen kommunizieren gut. Stell dir vor, dein Gegenüber fühlt einen Konflikt mit dir. Wird er die Fakten, seine Gefühle und seine Wünsche auseinander halten? Gelingt es ihm, dich bei der Auseinandersetzung nicht zu verletzen?
  • Wir kommunizieren immer. Das hat Paul Watzlawik festgestellt. Wenn wir unsere Art, miteinander zu reden, nie hinterfragen, werden wir sie nicht verändern. Wir lernen nicht. Und das Reden wird immer wieder schmerzen.

Doch es geht auch anders. Wenn du willst.

Konflikte lieben lernen

Ich habe für dich eine Menge Gründe zusammen getragen, warum du deine Konflikte annehmen und sogar mögen kannst.

1)   Chance zur Entwicklung

Konflikte bieten dir die einzigartige Chance, dich zu entwickeln. Du reifst als Persönlichkeit. Du entfaltest dich. Gerald Hüther ist sogar der Meinung, dass jegliches Reifen im Miteinander geschieht. Wir wachsen nur an unseren Aufgaben, an den Problemen und mit deren Lösungen. Und die haben immer etwas mit unseren Mitmenschen zu tun.

2)   Konflikte zeigen Träume

Christina Wenz hat in ihrem Artikel ein Buch zusammengefasst. Brigitte Theresa Koch:

„Hinter jedem Konflikt steckt ein Traum, der sich entfalten will“.

Der Titel und das Buch machen Mut. Koch schreibt, dass hinter jedem Konflikt tiefe Wünsche verborgen sind, die erfüllt werden wollen.

So kannst du deine Konflikte betrachten als Möglichkeit, deine eigenen Träume zu entdecken. Und die deines Gegenübers.

3)   Du kannst lernen, Konflikt-Schmerzen zu begrenzen

Konflikte werden nur richtig unangenehm, wenn sie eskalieren. Dann spürt ihr große Schmerzen. Daraus entstehen Wut und Zorn. Ihr wollt einander vernichten. Und nehmt dabei sogar den eigenen Untergang in Kauf.

Und was nützt dir dein Tod?

Lerne:

Eskalation führt nie zu einer echten Lösung.

4)   Du kannst lernen, welche Konflikte unwichtig sind

Manche Konflikte sind es nicht wert, ausgetragen zu werden.

Bist du ein Regel-Heini? Fühlst du dich unwohl, wenn die Stifte auf deinem Schreibtisch nicht parallel ausgerichtet sind?

Dann kannst du lernen, dass es nicht schlimm ist, wenn die hübsche Kollegin bei dir vorbei schaut und gedankenverloren deinen Schreibtisch verwüstet. Du musst sie nicht maßregeln für ihre Unachtsamkeit.

5)   Du kannst lernen, wofür es sich zu kämpfen lohnt

Bei einigen Meinungen und Sichtweisen solltest du nicht die Breite eines Flohhaares abweichen von deiner Überzeugung. Bleib stur!

Ein Beispiel: rassistische Gedanken haben keinen Platz in meiner Welt. Dass die Erde eine Scheibe ist oder Eva aus Adams Rippe erschaffen wurde, halte ich ebenfalls für Blödsinn.

Was verteidigst du bis aufs Blut? Das Wohl deiner Kinder? Deinen Seelenfrieden?

6)   Konflikte bieten die Chance, die Realität zu akzeptieren, Teil A

Konflikte gehören zum Leben dazu! Dies solltest du akzeptieren.

Entscheidend ist nicht, ob du Konflikte hast. Entscheidend ist, wie du sie austrägst.

Kindlich: heulend, verweigernd oder wütend. Oder

Erwachsen: offen, neugierig und lösungsorientiert.

7)   Konflikte bieten die Chance, die Realität zu akzeptieren, Teil B

Wir kommunizieren auf vielen Kanälen. Nicht nur der Inhalt des Gesagten gilt. Wie du es sagst, ist oft wichtiger für deine Botschaft und deine Glaubwürdigkeit.

Letztlich bekommen du und dein Gegenüber mit, wenn ein Konflikt besteht. Demnach könnt ihr ihn auch austragen, wenn er für mindestens einen der Beteiligten wichtig ist.

8)   Konflikte bieten die Chance, die Realität zu akzeptieren, Teil C

Du kannst Konflikte wertneutral betrachten. Dann sind es lediglich Unterschiede, die aufeinander prallen.

Unterschiedliche Sichtweisen.

Unterschiedliche Bedürfnisse. Oder sogar ähnliche Bedürfnisse, die die Beteiligten im Widerstreit wähnen.

Oder unterschiedliche Werte, die den Weg durch unterschiedliche Weltbilder weisen sollen.

9)   Konflikte bieten die Chance, die Realität zu akzeptieren, Teil D

Es gibt im Allgemeinen unterschiedliche Prioritäten bei den Geschlechtern.

Frauen sind Beziehungen wichtiger als uns Männern.

Das heißt nicht, dass wir euch weniger intensiv lieben.

Wenn ihr ein Drama daraus macht, dass wir eure Priorität nicht teilen, ist das schlecht. Wenn wir uns zurückziehen, weil wir den Konflikt nicht aushalten, ist das auch schlecht.

Wir sollten auch hier die Unterschiede akzeptieren, aufeinander zugehen und einander verstehen wollen.

10) Du kannst den wichtigsten Dreiklang deines Lebens herstellen

Ich meine

Herz – Hirn – Hintern.

Andere sagen „Körper, Geist und Seele“. Doch das klingt langweilig und bietet keine Alliteration. 😉

Nicht erst seit Descartes‘ „Ich denke, also bin ich!“ wird in unseren Breitengraden der Verstand überbetont. Körper und Intuition werden hingegen stark vernachlässigt.

Am Verstand hängt das Bewusstsein. Dies jedoch ist nur ein Bruchteil deines Entscheidungsvermögens.

Im Konflikt kannst du körperlich spüren, wie das Aufeinanderprallen von Interessen wirkt.

Du kannst emotional fühlen, wie dich das Thema beschäftigt.

Beachte: Herz – Hirn – Hintern sind gleichwertig.

Nimm Körper, Geist und Seele gleichermaßen ernst.

Höre auf jedes Element deines Dreiklangs!

Dann kommst du mit dir selbst ins Reine. Dann hast du weniger innere Konflikte, die sich in äußeren manifestieren könnten.

11) Du kannst dein Selbstwertgefühl steigern

Wenn es dir gelingt, deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse ernst zu nehmen, steigt dein Selbstwert.

Sage dir im Konflikt immer wieder: „Meine Bedürfnisse zählen genauso viel wie deine!“

Das kannst du auch dem anderen sagen.

12) Du kannst lernen, mit deinen Emotionen umzugehen

Im Konflikt kochen die Emotionen hoch. Du kannst lernen, sie zu zügeln. Das macht dich generell in hitzigen Situationen gelassener.

Wichtige Voraussetzung ist dafür, dass du die Verantwortung für deine Emotionen übernimmst. Darauf hat schon Marshall B. Rosenberg hingewiesen. Er war der Erfinder der Gewaltfreien Kommunikation.

Ich verrate dir einen Trick, wie du in Konflikten gegenüber merkwürdig erscheinenden Typen gelassen bleiben kannst.

Sage dir einfach

„Ich gebe dem anderen keine Macht über meine Gefühle“

„Und erst recht nicht Typen, die ich nicht leiden kann!“

13) Du kannst das Entscheiden lernen

Entscheiden heißt immer, Optionen auszuschließen. Du entscheidest dich für eine Möglichkeit, von der du nie vorher zu 100 % weißt, ob sie die beste ist.

Und dennoch entscheiden wir jeden Tag. Für unsere Bedürfnisse und die Wege, sie zu befriedigen. Für unsere Sicht der Dinge.

Überprüfe deine Entscheidungen regelmäßig. Machen sie dich glücklich? Halten Sie dich gesund?

In Konflikten entscheidest du dich auch. Für oder gegen ein Austragen. Für oder gegen deinen Weg, der dir zu Beginn vorschwebte.

14) Du kannst verhandeln lernen

Verhandeln ist eine Kunst für sich. An dieser Stelle kann ich dir nur das Buch von Matthias Schranner empfehlen: „Verhandeln im Grenzbereich: Strategien und Taktiken für schwierige Fälle“*.

Schranner war Verhandlungsführer der Polizei bei Geiselnahmen. Er hat 7 Gesetze des Verhandelns im Grenzbereich aufgeschrieben.

Nun geht es in deinen alltäglichen Konflikten und Verhandlungen sicher nicht um Mord und Geiselnahme. Doch in dem Buch findest du auch Strategien für Führungskräfte, Eheleute und Nachbarn.

Du lernst

  1. deinen Verhandlungspartner zu analysieren,
  2. dein Ziel strategisch klar zu verfolgen,
  3. zu überzeugen,
  4. die Führung zu übernehmen,
  5. deine Macht zu zeigen,
  6. Widerstand zu brechen und
  7. letztlich dafür zu sorgen, dass Vereinbarungen eingehalten werden.

15) Du kannst lernen, dich durchzusetzen

Du hast schon erfahren, dass jeder Mensch etwas hat, für das er bis aufs Blut kämpfen würde.

Diesen Geist kannst du nutzen, dich durchzusetzen.

Bitte jedoch nicht immer. Denn dann wirst du ein einsames Arschloch werden, das höchstens noch von buckelnden Schwächlingen umgeben ist.

Und du vergibst die Chance auf dein größtes Abenteuer – dein Leben!

16) Du kannst lernen, loszulassen und frei zu werden

Du hältst verbissen an deiner Meinung und Sicht fest. Dein Gegenüber ebenso.

So schmerzt euer Konflikt mehr und mehr.

Ihr verrennt euch.

Nur wenn ihr beide (zum Teil) loslasst, könnt ihr euren Konflikt lösen.

Wunderbar zusammengefasst hat das Daniela Große in dem Satz:

„Konflikte sind Geschichten, deren Zeit abgelaufen ist.“

Du kannst lernen, dich vom Alten zu trennen. Dadurch wirst du frei.

17) Du steigerst die Chance, dass deine Wünsche wahr werden

Du kannst lernen, deine Wünsche und Erwartungen wahrzunehmen und dann mitzuteilen. Damit erhöhst die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass sie sich erfüllen.

Viele Menschen ergeben sich der Hoffnung, der andere würde schon wissen, was sie wollen. Vor allem bei Paaren tritt diese schräge Erwartung immer wieder auf.

Dabei funktioniert das praktisch so gut wie nie.

Dass dein Partner doch ahnen muss, was du willst, ist romantischer Bullshit.

Überprüfe dich selbst:

Zu hoffen, der andere würde doch ahnen oder wissen, was du willst, funktioniert praktisch nie. Selbst unter Eheleuten nicht, die sich in und auswendig kennen. Wir sind immer viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt, als das wir auch noch auf den anderen achten würden.

Fazit:

Du siehst, Konflikte bieten sehr viele Chancen. Sie sind weder böse, noch solltest du sie meiden.

Vielmehr kommt es für dein Lebensglück darauf an, wie du sie austrägst und was du daraus machst.

Möchtest du noch mehr Gründe erfahren? Welche fallen dir zusätzlich ein?


(Links mit * sind Affiliate Links)

 

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2 Kommentare

  • Ja, ich liebe Konflikte, sie lassen mich wachsen, machen mich wachsamer und auch dankbarer für alles Gute auf meinem Lebensweg.

    Deine Gründe kann ich zum Teil für mich annehmen, allerdings ist es eben aus der Sicht des Mannes für Männer geschrieben?!

    So lese ich es in Punkt 4 ganz deutlich und Punkt 9 ist dazu noch Schubladendenken. Ich weiß aus eigener Erfahrung, es gibt auch in der Männerwelt Beziehungsfanatiker und Weibliche Wesen, die jeder Beziehung gekonnt aus dem Wege gehen. Das Bild hier Mann, da Frau und ihre kleine Welt, ist nicht mehr streng geteilt. Zum Glück, darf jeder seine Prioritäten setzen.

    Ansonsten bin ich bei dir, respektiere ich mich und meine Emotionen, genauso wie die Erwartungen meines Gegenübers, kann es ein guter und stärker der Konflikt für beide sein.

    Nette Grüße von mir zu dir
  • Liebe Margot,

    vielen lieben Dank für deinen Kommentar.

    Es kann natürlich sein, dass mein Artikel eine männliche Sicht darstellt. Ich bin halt auch nur ein Mann. ;-)

    Ich habe den Punkte 4 zugespitzt formuliert. Letztlich kannst du die Rollen auch einfach tauschen. Denn ich denke, dem knackigen und sympathischen Kollegen wirst du womöglich auch etwas nachsichtiger begegnen, wenn er sich ein wenig gegen deine Werte verhält. Oder?

    Bei Punkt 9 steht, dass dies im Allgemeinen für die Geschlechter gilt. Natürlich gibt es sehr beziehungsorientierte Männer. Und Frauen, denen das Zwischenmenschliche weitgehend egal ist. Doch der Normalfall ist doch, dass ihr Frauen mehr Wert aufs Miteinander legt als wir Männer. Und meiner Meinung nach können die Geschlechter da viel voneinander lernen.

    Nicht jede Meinungsverschiedenheit muss im Drama enden. Das können viele Frauen von den Männern lernen.

    Wenn es dem anderen gut oder schlecht geht, kann ich Mitgefühl entwickeln und zeigen. Das ist ein Beispiel, was Männer sich im allgemeinen von Frauen abaschauen können.

    Verallgemeinerungen und Zuspitzungen sind für mich übrigens Stilmittel und didaktische Methoden, um Emotionen auszulösen. Auch bei Männern. ;-)

    Viele liebe Grüße

    Axel

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