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Budoprinzipien in Training und Kampf

Budoprinzipien in Training und Kampf

Axel Maluschka     08. Februar 2013     0

Der folgende Beitrag stammt von Jürgen Höller:


Ich kenne Stefan seit 2005 (Studienaufenthalt in Wien). Die Frucht dieser Begegnungen sind zwei Bücher, die Axel, Stefan und ich zusammen verfasst haben. Im Folgenden möchte ich als Buchbesprechung einfach das Vorwort, das ich die Ehre hatte, für Stefans neues Buch schreiben zu dürfen, wiedergeben.

Es existieren hunderte von Kampfstilen, -sportarten und -künsten, viele versprechen – vor allem jüngere Kreationen – die ” ultimative…”, “…vereint die besten Techniken aus…”, ” müheloses Überwinden jedes Angreifers…” etc., etc. ” Stilwächter” halten argwöhnisch danach Ausschau, ob die Technik X tatsächlich eine authentische Technik aus dem Stil Y ist, “Katas sind heilig” und es ist nicht nötig, Techniken den besonderen Körperbaumerkmalen, Angriffsszenarien und geografischen und sonstigen Gegebenheiten anzupassen, weil sie in sich vollkommen sind, da sie ja von Meister Z als -zigstem Großmeister unverfälscht über Jahrhunderte hinweg überliefert wurden… Diese Aufzählung ließe sich beliebig erweitern! Sehr viel unbedingter Glauben, Wunschdenken, Allmachtsphantasien und Abgrenzungsbedürfnisse, die Überzeugung, die überlegene Kampfkunst für sich gepachtet zu haben, manifestieren sich in derartigen Einstellungen. Jede Kampfart hat eine implizite Auffassung darüber, was ein Kampf ist oder was das Wesen eines Kampfes ausmacht, wie ein Kampf geführt werden sollte und mit welcher Zielsetzung dies geschieht. Kampf als ein Phänomen menschlicher Relationen birgt immer auch kulturelle, historische, soziale, psychologische und somatische Wurzeln. Eine Orientierung in der nahezu unüberschaubaren Vielfalt und Komplexität der Kampfarten-Welt macht es zwingend notwendig, hinter dem oberflächlichen Erscheinungsbild nach Gemeinsamkeiten, Prinzipien, zugrundeliegenden Konzepten zu suchen, die es erlauben, Gesetzmäßigkeiten hinter der schillernden Verschiedenheit der Kampfformen aufzuzeigen. Für den technischen Bereich stehen die Wissenschaften zur Verfügung, die sich mit dem Körper und seinen Bewegungen befassen, wie Anatomie, Biomechanik, Physiologie, Sportwissenschaften etc. Da die Budo-Kampfarten aber hochkomplexe Systeme darstellen, die weit über die reine Technik hinausreichen, müssen zusätzlich Psychologie, Philosophie und Geschichte einbezogen werden.

Vorliegendem Buch gebührt das Verdienst, grundlegende Konzepte und Strukturen aufzuzeigen, die konstituierend für alle Budo-Kampfarten sind. Jeder fängt – sei es aus Zufall, lokalen Gegebenheiten, Freunden usw.- mit einem Kampfstil an, der ihm bzw. ihr mehr oder weniger entspricht. Ist ein bestimmter technischer Standard und ein grundlegendes Wissen um die Struktur des eigenen Stils erworben worden, wird ein Fortschritt nur möglich, wenn das eigene Können und Wissen reflektiert, theoretisch begründet und in Beziehung zu anderen Kampfarten gesetzt wird. Ein hervorragendes Mittel zur tieferen Aneignung der Materie stellt das eigene Unterrichten sowohl von Anfängern als auch von Fortgeschrittenen dar. Als provokante These soll hier vertreten werden, dass ein Braun- oder Schwarzgurt, der nicht unterrichtet, sich dadurch von einem weiteren persönlichen Fortschritt ausschließt! Warum ist das so? Unterrichten bedeutet, sich kritisch mit technischen Grundlagen auf einem höheren Niveau, quasi einer Metaebene, ihrer theoretischen Fundierung und ihrer Begründung im zielorientierten Trainingsgefüge auseinanderzusetzen.

Im pädagogischen Prozess lernt der Unterrichtende, verständlich zu kommunizieren, aus didaktischer Sicht, “Knotenpunkte” der zu vermittelnden Techniken herauszukristallisieren und darzustellen und diese in den Zusammenhang des Gesamtsystems einzubetten. Auf lange Sicht ist die Frage berechtigt, wer mehr lernt, der Schüler oder der Lehrer selbst?! Lehren bedeutet also, in einen Prozess involviert zu sein, der für alle Beteiligten eine Gelegenheit, zu wachsen, bedeutet und der Weitergabe des Budo im Sensei-Sempai-Kohai-System dient. Dieses Buch bietet eine stilübergreifende Analyse von Basis-Konzepten, von der jeder und jede profitieren kann, ungeachtet der jeweiligen Kampfart-Herkunft.

Aus diesem Grunde wünsche ich diesem Buch die Verbreitung, die es verdient! Es stellt einen wertvollen Beitrag zur theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit den Grundlagen der Kampffähigkeit dar und macht die teilweise verwirrende Komplexität transparenter.

In diesem Sinne: Viel Erfolg!

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