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5 Tipps, wie du zum Konfliktmeister reifst

5 Tipps, wie du zum Konfliktmeister reifst

Axel Maluschka     19. September 2016     2

Möchtest du im Streit ruhig und überlegen bleiben?

Willst du milde lächeln, während der andere die Beherrschung verliert?

Falls ja, dann bist du auf dem Weg zum Konfliktmeister. Ich gebe dir 5 Tipps, wie du in brenzligen Gesprächen gelassen und souverän bleibst. So behältst du die Kontrolle über dich und den Konflikt.

Diese Episode ist mein Beitrag zur Blogparade von Christina Wenz: „Wie werde ich zum Konfliktmeister?“

Heute erfährst du:

  • Woran du einen Konfliktmeister erkennst.
  • Welche Missverständnisse in deinem Hirn dafür sorgen, dass du laut streitest.
  • Welche Erklärung die Neurowissenschaften dafür anbieten.
  • Welche Tricks einen Konfliktmeister ruhig bleiben lassen und
  • Was ein Konfliktmeister verinnerlicht hat.

Viel Spaß beim Hören!


Shownotes


Meine 5 Tipps kurz und knackig

  1. Finde heraus, was  in der Vergangenheit an deinen Konflikten gut war. Was könnte an akuten Konflikten gut sein?
  2. Lege dir ein Stoppsignal zu, wenn negative Gefühle aufkommen. Ziehe dich aus der auslösenden Situation heraus.
  3. Erkenne, wann sich der Kampf wirklich lohnt.
  4. Erfrage die Motive hinter der Forderung!
  5. Sei bereit, auf deine Forderung zugunsten der Kooperation zu verzichten!

Alle Folgen von „Konflikt-Power aufs Ohr“ findest du hier.


Transkript

Einen schönen guten Tag wünsche ich! Du hörst den Podcast „Konflikt-Power aufs Ohr“. Ich bin Axel Maluschka.

Du lernst hier ganz nebenbei, wie du zum Konflikt-Meister reifst. Als ein solcher wirst du deine Konflikte nachhaltig lösen und zwar so, dass sie wirklich gelöst sind. In der heutigen Episode schauen wir uns an, wie du genau zu so einem Konflikt-Meister werden kannst. Ich wünsche dir viel Spaß dabei.

Die heutige Episode ist mein Beitrag zur Blogparade von Christina Wenz. Du erinnerst dich sicher an das Interview, das ich letzte Woche mit Christina Wenz geführt habe. Sie ist Mediatorin und hat eine Blogparade gestartet mit dem Titel „Wie werde ich zum Konflikt-Meister?“. Und natürlich habe ich mir darüber Gedanken gemacht und möchte dir heute meine Empfehlungen für deinen Weg zum Konfliktmeister geben.

Die Blogparade werde ich wieder verlinken, und du wirst hier nochmal die Links zu ihrer Website und ihrem lesenswerten Artikel „Meine acht persönlichen Lieblingskonflikt-Tipps“ finden.

Du wirst möglicherweise feststellen, dass alle Teilnehmer an der Blogparade inklusive mir ähnliche Tipps geben. Es geht immer in die selbe Richtung. Mir bleibt nur heute, meine Perspektive auf die Sicht der Dinge und auf deine Entwicklung zum Konfliktmeister zu geben.

Was ist ein Konfliktmeister?

Fangen wir mit der grundsätzlichen Frage an, was überhaupt ein Konfliktmeister ist.

Für mich ist ein Konflikt-Meister derjenige, der keine Angst mehr vor Konflikten hat. Im Gegenteil, er liebt sie.

Du wirst einwenden: Wie soll man denn Konflikte lieben? Konflikte tun doch weh und bedeuten Schmerzen, Geschrei, Streit.

Richtig, wenn du noch kein Konflikt-Meister bist, dann bedeuten Konflikte im Allgemeinen genau das für dich. Aber vielleicht möchtest du das ja ändern?

Du kannst Konflikte nämlich auch als etwas Gutes betrachten. Ich hatte hier auf dem Podcast meinen Artikel schon mal erwähnt „17 Wege, wie du deine Konflikte lieben lernen kannst“, zu dem ich erneut einen Link setzen werde. Du kannst Konflikte auch ganz anders betrachten, als etwas Gutes. Genau das sind sie im Endeffekt.

Wofür Konflikte gut sind

Konflikte sind immer der Ausgangspunkt für deine persönliche Entwicklung. Das sagt u. a. auch Gerald Hüther. Als Persönlichkeit wirst du nach ihm nur reifen im Miteinander und damit logischerweise auch in den Konflikten, die entstehen.

Gerald Hüther ist ein Hirnforscher, den ich persönlich sehr schätze. Seine Vorträge auf Youtube sind allesamt sehenswert. Er ist ein toller Redner und es lohnt sich, sich ein wenig Zeit zu nehmen und in seine Vorträge rein zu hören. Auch seine Bücher sind sehr lesenswert, voller Energie und voller positiver Impulse.

In diesem Sinne möchte ich mich Gerald Hüther anschließen: Nur im Miteinander wirst du als Persönlichkeit wachsen.

Als einsamer Einsiedler hast du keine Reibungspunkte, außer vielleicht dem Bären da draußen, den du erlegen willst. Als einsames Alpha-Tier an der Spitze eines Imperiums wirst du kaum noch einem Menschen auf Augenhöhe begegnen, und auch da wirst du keine persönliche Entwicklung nehmen können oder nur sehr bedingt.

Und selbst für deine Entwicklung, die intrinsisch motiviert ist, selbst für eine solche brauchst du einen Konflikt.

Stell dir einmal vor, du willst morgen besser sein, als du heute warst. Du hast diesen Ehrgeiz in dir, so wie ich mich beispielsweise als Karateka verbessern möchte, nicht um besser zu sein als andere, sondern als ich selber war. Auch dies ist ein innerer Konflikt, der hier als Ursache auftritt.

Du siehst: Für jede persönliche Entwicklung ist ein Konflikt ausschlaggebend.

Du kannst noch viele weitere positive Aspekte an Konflikten entdecken.

Der Konflikt-Meister hat genau diese positiven Aspekte bereits verinnerlicht.

Meine erste Empfehlung an dich ist demzufolge: Finde heraus, was  in der Vergangenheit an deinen Konflikten gut war.

Für die Fortgeschrittenen gibt es die Empfehlung: Finde heraus, was an deinen akuten Konflikten gut sein könnte.

Als Inspiration kannst du meinen Artikel noch einmal lesen, in dem ich siebzehn Gründe aufgeführt habe, wie du deine Konflikte lieben lernen kannst. Wenn du dich mit den guten Dingen an Konflikten beschäftigst, dann wirst anders über Konflikte denken und vor allen Dingen fühlen.

Woran kannst du einen Konflikt-Meister erkennen?

Vielleicht hast du schon einmal ein Menschen im Fernsehen, einer Diskussion, in einem Film oder in der Realität gesehen, die bei einem persönlichen verbalen Angriff ruhig und gelassen bleiben. Das sind Menschen, die auf verschiedene Weisen reagieren können: schlagkräftig, humorvoll, ruhig und gelassen oder sich ganz kurz in sich zurückziehen, still bleiben.

Diese Menschen eint, dass sie bei persönlichen Angriffen ihre Emotionen unter Kontrolle haben. Sie werden nicht Opfer ihrer Wut, ihres Zorns und Ärgers, sondern sie behalten sich selber im Griff, reagieren gelassen und souverän.

Wie schaffen diese Leute das? Dazu schauen wir quasi mal ins Gehirn dieser Leute hinein.

Was sagt die Hirnforschung?

In unserem Gehirn gibt es ein großes Problem, nämlich ein Missverständnis zwischen den verschiedenen Gehirnen, die wir haben. Du sagst dir vielleicht:  Mehrere Gehirne? Bei manchen Leute habe ich noch nicht mal den Eindruck, sie haben eins,wie soll die da gar mehrere haben?

Ich meine hier die evolutionär unterschiedlichen Gehirne, die in der Evolution entstandenen Gehirne.

Man kann das Gehirn in drei verschiedene Bereiche unterteilen. Diese drei Teile sind schon in ganz einfachen Tieren vorhanden.

Das ist zum einen dein sogenanntes Reptilien-Gehirn, das Stammhirn beispielsweise. Das ist das älteste Gehirn. Da sind die ganz ursprünglichen Programme abgespeichert. Wenn du in einer Gefahrensituation nur noch Flucht, Kampf, Erstarren als Reaktionsmuster hast, dann kommt das aus deinem Reptilien-Gehirn.

Darüber ist das Emotional-Gehirn oder auch limbische System. Das ist das evolutionär etwas jüngere Gehirn. In ihm finden Gefühle statt, etwas komplexere Gefühle. Säugetiere haben dieses Emotional-Gehirn stärker ausgeprägt und wir Menschen damit natürlich auch,

Und darüber wiederum liegt das Großhirn, das ist das evolutionär jüngste Gehirn. Das Großhirn ist der Denkapparat, beim Menschen am stärksten ausgeprägt. Es ist dasjenige, das beim Mensch die Bewertungen vornimmt, welches zurück funkt an die anderen Gehirn, was gerade da draußen los ist, Gefahr, keine Gefahr, alles in Ordnung, oder gibt es gerade einen Missstand

Das erste Mal hatte ich von dieser Unterteilung und den Missverständnissen zwischen den Gehirnen bei Arthur Koestler gelesen. In seinem Buch „Der Mensch – Irrläufer der Evolution“ hat er bereits Anfang der Achtziger Jahre über diese Unterteilung der Gehirne geschrieben und konstatiert, dass unser Großhirn und das Emotional-Hirn nicht vernünftig zusammen arbeiten. Das Großhirn hat sich zu schnell entwickelt, und der Mensch ist immer noch in seinen Gefühlsarten gefangen. Die einzelnen Gehirnteile funktionieren nicht optimal zusammen. Deshalb hat Arthur Koestler befürchtet, dass der Mensch sich letztlich selber ausrotten wird.

Er war also eher pessimistisch und am Schluss konsequent. Er hat sich selbst umgebracht.

Wieder begegnet ist ist mir diese Dreiteilung bei dem Mentaltrainer Bodo Deletz. Er ist ein Trainer für Realitätsgestaltung. Ihm geht es darum, dass du dir eine gute Realität um dich herum gestaltest. Ich werde zu Arthur Koestler und/oder seinem Buch sowie zu Bodo Deletz in den Shownotes wieder einen Link setzen.

Im Grunde genommen kann man über das Gehirn, wie ich es bereits angeschnitten habe, sagen: Dein Großhirn nimmt immer die Bewertung der Situation, der Konstellation, der Beziehung vor, und funkt diese an das limbische System zurück, also an dein Emotional-Gehirn.

Wenn dein Großhirn also etwas als für dich schlecht bewertet, dann funkt es dies an das limbische System zurück. Und dieses macht für dich dann entsprechende Gefühle. In diesem Zusammenhang fand ich auch den Spruch von Bodo Deletz schön:

„Wir haben keine Gefühle, wir machen Gefühle!“

Das heißt also, wenn du dich ärgerst, dann bist du alleine für diesen Ärger, dieses Gefühl des Ärgers verantwortlich. Und genau dasselbe sagt auch Marshall B. Rosenberg, der Erfinder der gewaltfreien Kommunikation.,werde ich auch verlinken: „Du bist für deine Gefühle verantwortlich.“

Natürlich gibt es Auslöser für Gefühle. Wenn dich jemand beleidigt, dann ist dies kein Grund, ein gutes Gefühl zu haben oder völlig gelassen zu bleiben. Es entsteht natürlich ein leichter Ärger, weil in dir etwas verletzt wurde.

Die Frage ist bloß, wie viel Macht du diesem aufkommenden Ärger einräumst. Und das entscheidest du ganz alleine.

Ich habe mich jetzt leicht verquatscht mit Theorie. Ich weiß nicht wie es dir geht, ich zumindest brauche immer etwas wie ein theoretisches Fundament, bevor ich mich in einem Thema wirklich wohl fühle. Besser als früher lege ich heute auch mal richtig los, handle bevor ich alles ewig lange durchdenke, recherchiere, durchforste. Das Machen und Anwenden hat bei mir im Vergleich zu früher deutlich zugenommen. Aber trotzdem brauche ich eine gewisse Sicherheit in der Theorie.

Deshalb habe ich auch so breit ausgeholt, um dir das alles zu erklären und zu zeigen, wie schlau ich auf dem Gebiet bin.

Wie du die Theorie umsetzt

Zwei weitere Tipps von meiner Seite, praktische Empfehlungen für deinen Weg zum Konflikt-Meister.

Der Tipp 2 hat etwas mit dem letzten Thema zu tun, was ich hier gerade besprochen habe.

Es geht um deine Emotionen. Wenn du dir verinnerlichst, dass du dir deine Gefühl machst und die Verantwortung für sie hast, dann kannst du sie genauso, wie sie kommen, auch wieder abschalten.

Ich empfehle dir folgendes: Wenn du merkst, dass in dir ein negatives Gefühl aufsteigt wie Ärger, Zorn, Wut, dann ist es, sofern eine andere Person gewissermaßen der Auslöser für dieses Gefühl ist, dann ist es für dich besser, wenn du dieses Gefühl kontrollieren lernst. Wenn du es eindämmen lernst.

Ich verspreche dir, wenn ein Konflikt eskaliert, und du wirst laut und schreist herum, der Ärger gewinnt überhand, dann wirst du diesen Konflikt verlieren. Im blödesten Fall gehen zwei Verlierer vom Feld.

Natürlich gibt es auch den Fall, der andere geht als vermeintlicher Gewinner weg, du bist der Verlierer.

Wenn du die Kontrolle verlierst über dich, deine Gefühle, deine Emotionen, dann verlierst du die Kontrolle über den Konflikt.

Meine Empfehlung ist: Lege dir ein inneres Stoppsignal zu, d. h. wenn du merkst, dass deine Stimme laut wird aufgrund von Ärger, von negativen Gefühlen, rufe dir innerlich Stopp zu  und gehe aus der Situation raus.

Das kannst du machen, indem du wirklich „Stopp!“ sagst zu dem Konfliktpartner und, dass du Zeit brauchst, um darüber nachzudenken, und dann verlässt du die Szene. Oder aber innerlich ziehst du dich zurück.

Du wirst in dem Moment zum neutralen Beobachter, d. h. du solltest den Konflikt und die Szene beobachten, als wäre es nur ein Kinofilm.

Und dann schaust du dir das an und gewinnst Abstand zu dieser Szene und kannst ganz anders wieder herangehen an den Konflikt. Also Empfehlung, sobald deine Stimme lauter wird, sagst du innerlich „Stopp!“, eventuell auch äußerlich, und ziehst dich aus der Szene, aus dem Konflikt, für eine gewisse Zeit raus.

Zügele dein Emotionalgehirn!

Tipp 3: Erkenne, wann sich der Kampf wirklich lohnt.

Ein Konflikt-Meister erkennt, wann  sich die Investition von Energie und Zeit in einen Konflikt lohnt.

Du solltest lernen zu unterschieden, wann ein Konflikt für dich wirklich wichtig ist und wann du großzügig nachgeben kannst oder gar nicht so viel Energie investieren solltest.

Wenn du Ärger entwickelt, du wütend wirst, weil du nicht bekommst, was du willst, dann funkt dein Großhirn an dein limbisches System, an dein Emotional-Gehirn zurück, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Und dein Emotional-Gehirn kann das nur so bewerten, weil es „nicht in Ordnung“ nur der Form kennt, es geht um Leben und Tod oder zumindest um Gesundheit.

Das limbische Situation kann da nicht differenzieren, nein, es geht gleich  immer um Leben und Tod. Demzufolge schüttet dein limbisches System Gefühle aus, macht dir Gefühle, die dann für dich sehr wichtig und sehr intensiv sind, so als würde es wirklich um Leben und Tod gehen.

Nun seien wir mal ganz ehrlich: In welchem Konflikt geht es heutzutage noch wirklich um Leben und Tod? Hier in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz, ja wohl eher selten.

Das heißt also, du solltest lernen, dein limbisches System zu zügeln. Das bedeutet, wenn du Konfliktgegenstände wirklich bewerten lernst,  dann wirst du auch nicht so oft negative Gefühle bekommen, wenn du nicht gleich das erhältst, was du dir erträumst. Also erkenne, wann sich der Konflikt wirklich lohnt, und wann es nur ein Missverständnis zwischen deinem Großhirn und deinem Emotional-Gehirn ist.

Kommen wir zum Tipp 4.

Was du wollen solltest

Das hatten die Christina und ich schon in der letzten Folge besprochen, und ich hatte es auch in der ersten Episode schon gesagt: Hinter jedem Konflikt, hinter jeder Forderung steckt immer etwas anderes, Die meisten Konfliktprofis sagen, dahinter stecken Bedürfnisse, die befriedigt werden wollen.

Ich habe dir schon erklärt, ich unterscheide noch ein wenig mehr und zwar in drei Konflikt-Ursachen.

Einmal die Bedürfnisse, die befriedigt werden wollen, dann aber auch noch, wenn Weltbilder aufeinander prallen und wenn Wertesysteme aufeinander prallen. Für mich sind das sehr wichtige Unterscheidungen, sinnvoll und nützlich.

Du kannst dir folgendes vor Augen halten: wenn du möchtest, dass dein Weltbild, deine Sicht auf die Welt, als einzig wahre anerkannt wird, dann bist du auf dem Holzweg. Vergiss das! Es gibt so viele Weltbilder, wie es Menschen auf dieser Welt gibt und gab.

Und kein einziges Weltbild ist das einzig wahre, auch wenn mancher kirchlicher Würdenträger etwas anderes behauptet.

Zweitens, dein Wertesystem ist dein Kompass durch deine Welt.  Einmal davon abgesehen, dass deine Welt nicht die einzig wahre ist, ist auch dein Wertesystem nicht das einzig wahre. Wenn du aber darauf beharrst, dass dein Wertesystem als das einzig wahre anerkannt wird, bist du auf dem Holzweg.

Letztlich könnte man sagen, wenn du auf diesem Anspruch beharrst, möchtest du eigentlich, dass sie respektiert werden. Du möchtest nicht, dass die Anderen es übernehmen.

Vielmehr möchtest du, insofern du nicht auf dem Holzweg bist, dass  dein Wertesystem respektiert wird.

Das solltest du wollen als Konflikt-Meister. Und du solltest auch Grenzen setzten. Du solltest sagen, wo die Grenzen deiner Werte sind, ab wo du nicht mehr mit machst. So möchte ich es einmal formulieren.

Man könnte sagen, wenn du möchtest, dass dein Weltbild und deine Werte respektiert werden, dann steckt dahinter dein Bedürfnis nach Respekt.

Der Konflikt-Meister hat verinnerlicht, dass es genau darum geht, um die Bedürfnisse. Es geht darum, dass deine Bedürfnisse respektiert, auch anerkannt und befriedigt werden im besten Fall. Und dein Forderung, die du im Konflikt stellst, ist immer nur eine Strategie zur Befriedigung dieser Bedürfnisse.

D.h. wenn du das verinnerlichst, dann mache dir klar, dass es immer verschiedene Strategien zur Bedürfnis-Befriedigung gibt. Davon bin ich überzeugt.

Hier in Deutschland ist es extrem selten, dass wir einen solchen Mangel haben, dass deine Bedürfnisse nur durch eine einzige Strategie, auf eine einzige Art und Weise, befriedigt werden können.

Wenn du in der Wüste bist, und es gibt nur noch einen einzigen Becher Wasser, und es streiten sich zehn Leute darum, dann ist die Strategie klar: du willst den Becher bekommen, es geht um Leben und Tod.

Aber wir reden über die Situation hier in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz.

Wenn du verinnerlichst, dass es immer verschiedene Strategien zur Befriedigung deiner Bedürfnisse gibt, dann kann du dich öffnen für verschiedene Strategien.

Und dann kannst du gemeinsam mit deinem Konfliktpartner suchen, welche Strategie deine und seine Bedürfnisse gleichzeitig befriedigt.

Und wenn du diese Offenheit hast, dann wir du feststellen, dass es noch viel mehr gibt, als du am Anfang gedacht hast. Ihr werdet beide kreativ sein und euch zum Schluss hin der Ideallösung des Konflikts nähern und sie eventuell sogar umsetzen. Und die heißt Kooperation.

Ihr zieht also am gleichen Strang, um eure Bedürfnisse gemeinsam zu befriedigen.

Ein praktisches Beispiel

Machen wir dazu ein praktisches Beispiel, dass du als Unternehmer, als Verkäufer sicherlich kennst.

Stell dir mal vor, du bist vielleicht ein Solopreneur, ein Einzelunternehmer, vielleicht auch schon ein Unternehmer, der ein bisschen gewachsen ist, der schon Mitarbeiter hat, aber du bist noch in der Situation, dass du die wichtigsten Aufträge selbst akquirierst.

Stell dir vor, du bist gerade in Verhandlung mit einem großen Unternehmen, mit dem du unglaublich gerne zusammen arbeiten möchtest. Und du sitzt jetzt dem Verkäufer gegenüber.

Wir reden über ein Verkaufsgespräch, ein Preis-Gespräch, sprich über den Teil, bei dem es schon um die Preis-Verhandlung geht.

Du solltest dir klar werden, warum und zu welchen Konditionen du diesen Kunden haben möchtest.

Es könnte zum Beispiel sein, dass du geil auf seinen Namen bist, du willst ihn auf deiner Referenzliste haben.

Es könnte auch sein, dass es ein spannendes Projekt ist, eine Aufgabe, die du unbedingt umsetzen möchtest.

Es könnte auch sein, dass du schlicht die Erfahrung machen willst,wie sich die Zusammenarbeit mit dem Kunden gestaltet.

Es könnte im Endeffekt auch sein, dass du einfach die Kohle brauchst, den Umsatz, mit dem sich dein Unternehmen finanziell gut weiter entwickeln könnte.

Welche Gründe da auch immer ausschlaggebend sind, du solltest dir darüber bewusst sein.

Jetzt sitzt du bei der Firma dem Einkäufer gegenüber, der deine Dienstleistung natürlich zu einem möglichst geringen Preis einkaufen möchte. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Einkäufer sagt: „Jetzt machen sie mal nicht so billig, lassen sie uns ein wenig höher gehen! Ich will gerne mehr bezahlen.“  Hat er doch die Aufgabe, möglichst günstig einzukaufen.

Was könnte hinter der Forderung stecken, dass du günstig verkaufst?

Es könnte zum Beispiel sein, dass er bei Erzielung eines günstigen Preis-Leitungs-Verhältnisses Anerkennung bei seinem Chef bekommt. Das wäre für seine Karriere wichtig.

Es könnte auch sein, dass es in dem Konzern Regeln für den Einkauf gibt, an die der Einkäufer gebunden ist.

Oder er hat eine Ansage erhalten, die Kosten zu reduzieren und günstiger einzukaufen.

Es gibt verschiedene Motive, die der Einkäufer in sich trägt.

Wenn ihr jetzt über den Preis spricht, ein schlechter Gesprächsausgang wäre, wenn du zu einem sehr niedrigen Preis verkaufst, ohne dass ihr lange darüber redet. Du bist geil auf den Kunden und den Umsatz und lässt dich im Preis drücken. Wenn du dann mit diesem Kunden zusammenarbeitest, werdet ihr einander nicht auf Augenhöhe begegnen. Denn du hast dich unter Augenhöhe runter drücken lassen. Das bedeutet auch, dass die Zusammenarbeit dir nicht so viel Spaß machen wird, wie du vielleicht vorher dachtest. Im Übrigen hat dein Kunde den Eindruck bekommen, dass er dir überlegen ist.

D. h. du hast ein doofes Machtverhältnis hergestellt, was für dich als Unternehmer nicht günstig ist.  Im Hinblick auf Folgeaufträge hast du dich in eine schlechte Ausgangsposition manövriert. Denn wenn es um den Auftrag geht, musst du davon nach oben verhandeln. Was in mehrerlei Hinsicht, aus mehreren Perspektiven, ganz doof ist.

Was ist die Lösung für die Situation, für ein solches Preisgespräch?

Ich habe es bereits erwähnt, dass es immer Motive hinter den Forderungen gibt und dass diese im Grunde genommen nur eine Strategie sind. Und genau diese Bedürfnisse solltest du erkunden, solltest du erfragen. Gleichzeitig legst du deine Motive offen. D.h. du und der Einkäufer begegnet euch als Menschen und nicht als Verhandlungsroboter, die knallhart nur mit Zahlen, Ansprüchen und Forderungen um sich werfen.

Ihr seid Menschen, und legte eure Motive und Bedürfnisse offen. So kommt kommst du an das Motiv deines, wie du hoffst, künftigen Kunden heran. Und gleichzeitig legst du auch dein Motiv offen.

Was könnte also beispielsweise passieren?

Wenn du heiß auf den Namen bist und ihn gerne auf deiner Referenzliste hättest, dann könntest du diesem Kunden mitteilen, dass seine Name eine gewaltige Zugkraft habe und für dein Marketing sehr interessant sei.

„Wie wäre folgendes Angebot: Ich gebe dir einen sehr dicken Erstkunden- oder Neukunden-Rabatt. Dafür bekomme ich ein ausführliches Testimonial, Kundenmeinung, Referenz mit deinem Porträt und gewaltigem Titel und Firmennamen, und das darf ich auf meiner Homepage, meiner Startseite, so veröffentlichen. Wie wäre das?“

Gleichzeitig machst deinem Kunden klar, dass dies für die künftige Zusammenarbeit einmalig gilt und du bei Zufriedenheit und Fortsetzung des Auftrags den normalen Preis ansetzt.

Es kann also sein, dass der Kunde für diesen Auftrag einen günstigen Preis bekommt. Warum er diesen genau haben wollte, das hast du erfragt, Und du machst klar, dass es künftig den normalen Preis gibt.

Es könnte auch sein, dass der Kunde innere Regeln hat, innerhalb seiner Firma, seines Konzerns, welchen Tagessatz er einer Dienstleistung, z. B. einem Workshop oder Training  maximal ansetzen darf. Den Tipp habe ich, glaube ich, bei Gaby Graupner gelesen, der Autorin des Buch zum konsensitiven Verkaufen. Ich werde das auch in den Shownotes verlinken.

Graby Graupner hat bei festen Tagessätzen, die den deinen übersteigen, empfohlen, auszuhandeln, dass du beispielsweise deine Vor- und Nachberatungstage für die Dienstleistung mit auf die Rechnung schreibst. Logischerweise kommst du dann beim Tagessatz unter deinen üblichen Betrag, so dass der Einkäufer zu seinem Chef gehen und ihm zeigen kann, dass er die Obergrenze eingehalten hat. Das ist also hier vielleicht eine Möglichkeit.

Du musst halt jeweils herausfinden, was die Motive und Bedürfnisse deines Verhandlungspartners sind. Und damit komme ich zum fünften und letzten Tipp für die heutige Episode, der im Grunde genommen zeitlich vor dem vierten Tipp angesiedelt ist Allerdings ist er nicht ganz einfach umzusetzen.

Lerne zu verzichten!

Du hast im Normalfall den starken Wunsch in dir, deine Forderung, die du im Konflikt stellst, durchzusetzen, deine Strategie durchzusetzen, damit du überhaupt bereit bist, dich auf andere Strategien einzulassen.

Um der Ideallösung des Konflikts überhaupt eine Chance zu geben, musst du diesen starken Wunsch runterschlucken.

Du musst dir sagen und verinnerlichen, dass dies zwar ein ganz starker Wunsch ist und du es so gerne willst, du dich aber aber so wie ein kleines Kind verhältst

„Ich will unbedingt die Schokolade hier im Supermarkt, die an der Kasse steht, ich will, ich will, ich will..“

Ja, aber du bist kein Kind mehr, du bist erwachsen.

Du solltest also anerkennen, dass dein Wunsch, deine Forderung nur eine einzige Strategie ist, die aber wahrscheinlich deinen Konfliktpartner nicht sonderlich glücklich machen wird.

Und wenn du an der Optimallösung des Konflikts interessiert bist, an der Kooperation, dann schluckst du diesen Wunsch runter und als Konfliktmeister gelingt dir das auch.

Damit sind wir am Ende der heutigen Episode angelangt. ich hoffe, es hat dir die eine oder andere Erkenntnis gebracht und du hattest auch ein bisschen Spaß dabei.

Die fünf Tipps, die ich dir gegeben habe, werde ich noch einmal zusammenfassen in den Shownotes. Diese findest du unter www.maluschka.com/003, für die dritte Episode. Du kannst dort natürlich auch kommentieren.

Ich freue mich riesig, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt, wenn du mir sagst, wie du die Episode gefunden hast und wie du den Podcast im allgemeinen bisher findest. Du kannst mir auch jederzeit Fragen stellen, du kannst mir auch eine Mail schicken, ich werde auf jeden Fall antworten. Und ich freue mich, wie gesagt, über Reaktionen von dir.

Der Podcast ist ja noch neu, d. h. im Moment ist er bei iTunes und bei Stitcher in der redaktionellen Prüfung und deshalb in den beiden Verzeichnissen noch nicht aufgeführt. Sobald das der Fall ist, werde ich dich informieren. Natürlich freue ich mich auch auf Portalen über Bewertungen von dir, kleine Sternchen oder so etwas in der Art.

Ansonsten bleibt mir nur, dir ganz viel Erfolg mit der Umsetzung meiner Tipps zu wünschen.

Ich empfehle dir noch einmal, lies dir bei der Blogparade bei der Christina die anderen Beiträge, die anderen Artikel, durch.

Und dann wünsche ich dir noch einen wundervollen Tag. Mach’s gut, bis zum nächsten Mal. Ciao!


 

2 Kommentare

  • Lieber Axel, wow, Du machst das echt toll mit dem Podcasten! Ich freue mich sehr, dass Du bei der Blogparade dabei bist! Herzlichen Dank für den tollen Beitrag voll toller Tipps und Empfehlungen, ich habe Dir sehr gerne zugehört! Liebe Grüße, Christina
  • Liebe Christina,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich über dein Kompliment zu meinem Podcast. Das motiviert mich zusätzlich weiterzumachen. :-)

    Und dir kann ich auch nur gratulieren zu deiner Blogparade, die sehr viel Anklang gefunden hat und viele wertvolle Beiträge versammelt.

    Viele liebe Grüße

    Axel

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