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Sex, Kampfsport und Konflikte – Was sie gemeinsam haben, und wie du darin besser werden kannst.

Sex, Kampfsport und Konflikte – Was sie gemeinsam haben, und wie du darin besser werden kannst.

Axel Maluschka     09. April 2015     0

Das eine erlebst du automatisch immer wieder. Mancher Mitmensch häufiger als du, mancher seltener.

Das Zweite hast du hoffentlich ab und an. Auch hier gilt: Einige haben es häufiger als du, einige seltener. Dabei ist es oft mittelprächtig zufriedenstellend, aber besser als nix. Manchmal ist es mies. Manchmal spektakulär.

Und das Dritte erlebst du je nach Neigung nur als Zuschauer oder aktiv. Auch dabei betreiben es einige so wie ich mehrmals pro Woche, manche weniger oft. Und die meisten gar nicht.

Die Reihenfolge der Tätigkeiten war jetzt

  • Konflikte
  • Sex und
  • Kampfsport.

Oder hast du etwas anderes gedacht? 😉

Und was haben die drei Möglichkeiten zum Zeitvertreib gemeinsam?

Um es kurz zu sagen:

  • Früher oder später werden die Leute unkontrolliert laut dabei und
  • Die wenigsten wissen, was genau sie dabei warum tun.

Eine Gemeinsamkeit haben die beiden Themen Sex und Kampfsport noch: Je beweglicher die Hüfte und je kraftvoller diese gekippt werden kann, desto wirkungsvoller sind die Techniken. Allerdings spielt der Hüfteinsatz in Konflikten selten eine Rolle. Deshalb vernachlässigen wir diesen Aspekt bei den folgenden Betrachtungen.

Wie komme ich auf die zwei Gemeinsamkeiten oben?

Zum Thema Sex muss ich wahrscheinlich nichts weiter ausführen. Wenn du über ein Mindestmaß an Erfahrung verfügst, hast du meiner Behauptung wahrscheinlich schon wild nickend und womöglich grinsend zugestimmt.

Laut werden und Unwissen in Kampfsport und Budo

Wenn das Thema Kampfsport, Budo oder Kampfkunst in deinem Leben eine Rolle spielt, hast du gerade wahrscheinlich auf eine der folgenden Arten reagiert:

A) Du hast mir widersprochen.

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Beim Thema „laut werden“:

Deiner Erfahrung nach setzen wahre Senseis den Kiai bewusst, dosiert und höchst wirkungsvoll ein, um ihr Ki und damit die Energie einer Technik zu bündeln. Schläge und Tritte werden effektiver.

Für die Nicht-Kampfsportler und diejenigen, die nicht-japanische Kampfstile trainieren: der Kiai ist der Kampfschrei, der durchaus sinnvoll ist. Allerdings sollte man keine esoterischen Erklärungen für seine Wirkung bemühen.

Sensei ist ebenfalls ein japanischer Begriff, der wörtlich übersetzt heißt: „früher geboren“. In Japan werden an Schulen und Universitäten Lehrer auf diese Art angesprochen. Im Kampfsport werden viele Schwarzgurtträger, die unterrichten, so bezeichnet. Sich selbst würde wohl kein Japaner so nennen.

Zum Thema „Sie wissen nicht, was sie tun“:

Natürlich weißt du, warum du etwas machst. Du hast den Sinn von Katas (feste Bewegungsformen) entschlüsselt und bist eine tödliche Waffe. So wie die meisten deiner Mitschüler aus dem Dojo (Kampfkunstschule).

Gut ist, dass keiner von euch je auf die Probe gestellt wurde. In einem Straßenkampf von heute oder in einer Kneipenschlägerei. Denn so müsst ihr euer kämpferisches Selbstbild nie überprüfen. Und mit Schlägern wie Boxern, Thai- oder Kickboxern lässt du dich als gehobener Karateka oder Taekwondoka natürlich nicht ein. Die anderen können sowieso nix.

Solltest du dich in den Aufzählungen gerade wiedererkannt haben, kann ich dir nur einen Blick über deinen Tellerrand empfehlen. Der tut in beinahe allen Bereichen des Lebens gut. Denn niemand ist jemals fertig in seiner Entwicklung. Weder als Budoka (Kampfkunst-Übender) noch als Persönlichkeit. Das ist meine feste Überzeugung.

B) Du hast mir zugestimmt.

Kannst du dich noch erinnern, wofür du zugestimmt hast. Oder gähnst du nur noch herzhaft, weil du mit Kampfsport nix am Hut hast? 😉

Das Schreien

Viele Leute werden beim Sparring, bei Katas oder bei Technikabfolgen laut. Für Außenstehende schreien sie rum, wirken damit martialischer, womöglich gefährlicher. Doch macht das laute Schreien immer Sinn?

In körperlichen Auseinandersetzungen ist der Kiai dann sinnvoll, wenn er Unterstützung einer entscheidenden Technik ist. Wenn du bei (beinahe) jeder Technik laut wirst, verpufft die Wirkung.

Der Schrei hat meiner Überzeugung nach nicht die Funktion, Ki (innere Energie) zu bündeln und in den Schlag oder Tritt zu bringen. Es gibt eine Erklärung, die weit weniger esoterisch ist.

Durch den Schrei fokussierst du dich auf die eine Technik. Du lässt gewissermaßen alles raus. Du kommst – um es wie ein Nerd zu formulieren – in den Berserkermodus. Gleichzeitig streifst du die scheinbare Friedfertigkeit der Zivilisation für einen Moment ab.

Außerdem erschrickst du den Gegner. Aggressive Schreie sind wir nicht mehr gewohnt. Du lenkst den Gegner oder Sparringspartner ab.

Sie wissen nicht, was sie tun.

Das gilt sehr häufig im Kampfsport nicht nur für den Schrei und das Lautwerden. Auch für Techniken, Kombinationen aus Techniken sowie für Taktiken.

Die Kampfkünste sind ursprünglich aus der Notwendigkeit entstanden, sich selbst bzw. seine Lieben zu schützen. Oder aber man gehörte der Kaste der Krieger an, war demnach professioneller Soldat oder Söldner.

Warum bestimmte Technikabfolgen zum Beispiel in alten Karate-Katas unterrichtet werden, kann man heute oft nur noch vermuten oder rekonstruieren. Viele Vermutungen sind allerdings nicht richtig, weil Technikabfolgen, Verteidigungen oder Angriffe einfach nicht so funktionieren, wie es unterrichtet wird.

Mal ganz davon abgesehen, funktioniert eine Kampfkunst, die auf einer 400-jährigen Tradition beruht und sich seit 150 Jahren kaum geändert hat, in heutigen Selbstschutzsituationen häufig nicht mehr. Vor 400 Jahren musstest du dich als okinawanischer unbewaffneter Bauer beispielsweise gegen einen schwer bewaffneten Samurai verteidigen. Heute laufen nur selten mit Schwert und Harnisch ausgerüstete Krieger auf den Straßen herum.

Dann gibt es da noch die versportlichten Kampfstile, die zum reinen Abklatsch-Spiel verkommen sind. Hier trainieren die Sportler, möglichst schnell nach Wettkampfregeln Punkte zu erzielen. Sie entwickeln dabei nicht ihre Fähigkeit, sich auf der Straße selbst verteidigen zu können.

Nun ist dies alles vollkommen in Ordnung. Jeder soll das trainieren und lernen, worauf er Lust hat.

Doch traurig ist es, wenn selbst in sportlichen Kämpfen viele eine erschreckende Unkenntnis zu Kampfprinzipien oder –taktiken offenbaren. Oder aber sie zeigen Unvermögen, das Gelernte unter Adrenalin umzusetzen.

Schade nur, dass die meisten Kampfsportler glauben, sie würden sich in heutigen Ernstsituationen effektiv wehren können. Und dieses trügerische Selbstbild wird von den professionellen Kampfkunstschulen vermittelt und gepflegt. Denn sie leben von dem Glauben, wer wettkämpfen könne, könnte sich auch auf der Straße verteidigen. Das Erwachen aus dieser Traumwelt kann den Einzelnen sehr teuer zu stehen kommen.

Lautwerden und Unwissen im Konfliktfall

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In dem Fall, dass du eine verbale Auseinandersetzung mit einem oder mehreren Mitmenschen hast, bist du sicher schon mal in Wallung geraten. Wurdest du dabei auch lauter? Und hattest du das gewollt?

Kennst du Choleriker, die im Büro schreien, wenn der Gemeinschaftskopierer nicht ordnungsgemäß zurückgesetzt worden war und sie aus Versehen drei statt zwei Kopien erhielten?

In jedem dieser Fälle haben die Emotionen die Kontrolle übernommen. Im Fall des Sex‘ ist das gut und wünschenswert, wenngleich die Beteiligten sich prinzipiell jederzeit wieder beherrschen können sollten. Hier ist es u. a. der schmale Grat zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, der das Spiel so reizvoll werden lässt.

Doch zurück zum Konflikt.

Kontrollverlust bedeutet hier, dass du den Konflikt nicht mehr kontrollierst. Somit dominierst du nicht und wirst nicht erreichen, was du willst. Den Konflikt nachhaltig lösen kannst du auf keinen Fall, wenn du Sklave deiner Emotionen wirst.

Selbst der cholerische Chef, der den Vorteil der Macht auf seiner Seite hat, wird den Konflikt nicht wirklich lösen, wenn er nur seine Macht in die Waagschale wirft. Denn der Konflikt schwelt anschließend weiter und bricht an anderer Stelle erneut aus oder wird viele kleine Brandherde erzeugen.

Im Übrigen gibt es auch die Menschen, die ihre Lautstärke im Konfliktfall sehr wohl kontrollieren können, sich selbst jedoch nicht. Sie sticheln dann völlig kühl und emotionslos beim Gegner und spielen sich oft pädagogisch auf („Jetzt beruhigen Sie sich erst mal, damit wir wie Erwachsene reden können!“). Diese Form des Kontrollverlusts ist oft noch heftiger im Ergebnis, als wenn es einfach emotional geknallt hätte. Der Gedemütigte wird sich nur in Ausnahmefällen reumütig geschlagen geben und in Zukunft kooperieren.

Konflikte beherrschen unseren Alltag, auf jeden Fall im Job. Laut einer Umfrage der Firma WPA Institut GmbH im Februar 2014 unter 468 Führungskräften, Inhabern und Geschäftsführern in Unternehmen mit einer Mindestgröße von 15 bis hin zu 2000 Mitarbeitern verbringen wir 25 % unserer Arbeitszeit mit Konflikten. Oft nur mit dem Versuch, eine Lösung herbeizuführen.

Diese spezielle Form der Kommunikation ist demnach besonders zeitraubend. Doch sie kostet die Unternehmen und andere Arbeitgeber nicht nur Zeit und Geld. Sie zieht zudem Energie ab in Form von Nerven, Grabenkämpfen, Ersatzkriegen, Angst, Wut bis hin zu Mobbing.

Stell dir vor, diese vergeudeten Energien könnten in Problemlösungen investiert werden. In Kundenservice. In Kooperation. In Kreativität.

Was wäre dann möglich? Um wie viel besser und effektiver würde deine Firma arbeiten? Um wie viel glücklicher wären die Eigner? Um wie viel zufriedener die Mitarbeiter?

Das Problem ist, dass wir alle jeden Tag miteinander reden, doch die wenigsten gut kommunizieren können.

Was heißt es, gut zu kommunizieren?

Ich definiere gute Kommunikation wie folgt: sie erfolgt

  • klar,
  • wohlwollend und
  • angemessen.

Klarheit

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Das kannst du auch anders nennen: Ehrlichkeit und Offenheit. Zielgerichtet und präzise. Auf jeden Fall so, dass der Empfänger dich verstehen kann.

Zwei wichtige Fallstricke gibt es dabei:

  1. Du musst dir als Sender (der redet) darüber im Klaren sein, was du genau willst. Am besten noch, warum du genau das willst und wie du es zu erreichen gedenkst. (Ziel, Weg und Sinn)
  2. Jeder Mensch hat sein eigenes Weltbild.
    Jeder. Hat. Sein. Eigenes.
    Keins gleicht dem anderen. Denn unsere Bilder (subjektiv) von der Welt (objektiv) werden gebildet aus unseren Erfahrungen. Und die sind niemals vollkommen deckungsgleich.

Und so kann und wird es passieren, dass du über etwas sprichst, dir dabei vollkommen klar ist, was du meinst, doch dein Gegenüber etwas gänzlich anderes versteht oder auch nur „Bahnhof“.

Beide Fallstricke sind Ausgangspunkte vieler Konflikte. Vor allem ist es genau genommen zum Schmunzeln, wenn du einen anderen davon zu überzeugen versuchst, dass doch dein Bild von der Welt richtiger ist als das des anderen. Und umgekehrt. Wir schmunzeln allerdings nicht mehr, wenn wir betroffen sind.

Natürlich gibt es Fälle, wo das Weltbild eines Menschen mit höherer Wahrscheinlichkeit zutrifft und treffendere Prognosen geben kann als das Weltbild eines anderen. Vor allem erfahrenere und kompetentere Menschen sind diejenigen, von denen wir lernen können. Aber jedes Weltbild hat seine Grenzen. Das sollten wir nie vergessen.

Wohlwollen

Hinter diesem Punkt verbirgt sich ein wichtiger Baustein erfolgreicher Kommunikation. Es geht ums Soziale, ums Miteinander. Die Menschheit ist global als Spezies in den letzten 100.000 Jahren so erfolgreich geworden, weil wir kooperieren können. Weil wir gemeinsam stärker sind. Stärker als das einzelne Mamut. Stärker als der einzelne Säbelzahntiger. Stärker sogar als Viren und Bakterien.

Du solltest demnach ein gutes Miteinander anstreben, wenn du nachhaltig erfolgreich sein willst. Und wenn du dich dabei vollkommen und gut fühlen willst. (Genau die letzten beiden Gefühle unterscheiden die erfolgreichen Egoisten von den erfolgreichen Kooperationsschmieden!)

Und da es meiner Überzeugung nach im Leben darum geht, sich jeden einzelnen Tag möglichst gut zu fühlen, solltest du dich artgerecht verhalten. Und die menschliche Art lebt von Kooperation.

Wie wir einander begegnen und wie wir miteinander umgehen, ist demnach entscheidend sowohl für das Ergebnis als auch für unsere Stimmung. Wenn du mit deinen Mitmenschen in freundlichem Ton redest, sind sie dir und deinen Anliegen gegenüber aufgeschlossener.

Wir Menschen merken jedoch, ob Freundlichkeit nur aufgesetzt ist und damit gekünstelt oder ob der andere mir wahrlich wohlwollend begegnet.

Du solltest demnach eine Grundhaltung anstreben, dass du anderen Menschen hilfst, ihre Probleme zu lösen. Dass du ihnen hilfst, sich zu entwickeln. Dass du ihnen hilfst, eine gute Zeit zu haben.

Als Egomane wirst du womöglich in der heutigen Zeit der Marktschreier viel Kohle haben und oberflächliche Anerkennung ernten. Doch du wirst immer tief in dir fühlen, dass dein Erfolg ungerechtfertigt war. Denn bei dir stimmt die Balance aus Geben und Nehmen nicht. Und genau dafür haben wir Menschen sehr feine Antennen.

Eine wohlwollende Grundhaltung ist demnach sehr wichtig für gelingende Kommunikation und ein gelungenes Leben.

Angemessenheit

Dieser Punkt heißt nun nicht, dass du dich immer zurückhalten solltest. Nein! Es gibt Situationen, da musst du die Sau rauslassen! Da wäre es unangemessen, in der Ecke rumzustehen und das Mauerblümchen zu geben.

Angemessen bezieht sich auf deine Emotionen. Auf ihre Farbe und ihre Heftigkeit.

Der Choleriker mag einen Grund haben, genau diese Emotionen jetzt zu empfinden. Doch er reagiert sehr häufig zu heftig.

Ich hatte als Student mal einen  Chef, der hat seine Mitarbeiterinnen häufig so zur Sau gemacht, dass diese heulend sein Büro verlassen haben. Gar nicht gut!

Emotion ja, aber bitte in dem Maß, wie es angebracht ist.

Natürlich kann sich niemand zum Gott aufschwingen und so tun, als wüsste er immer genau, wann wie viel Emotion angebracht oder zielführend ist. Oft weiß man das erst im Nachhinein. Doch wer reflektiert und sich mit seinen Mitmenschen austauscht, kann lernen, sich zu beherrschen oder mehr aus sich rauszugehen. Letztlich ist das Leben auch hier ein Probieren und Verbessern.

Angemessenheit meint auch, dass du eine Balance herstellen solltest aus egoistischen Wünschen und dem Geben für andere Menschen. Das haben wir gerade schon behandelt.

Du siehst, die einzelnen Punkte zur Definition guter Kommunikation gehen fließend ineinander über, ergänzen sich oder sind in manchen Details gleich.

Die Umsetzung

Wie wendest du nun dieses Wissen auf die spezielle Kommunikation – den Konflikt – an?

Prinzipiell fährst du schon einmal gut, wenn du so kommunizierst, wie ich es gerade beschrieben habe.

Klar. Wohlwollend. Angemessen.

Damit entschärfst du von Vorneherein viele Konflikte.

Doch ein Konfliktmeister bist du damit noch nicht. Der wirst du, wenn du sowohl die technischen Regeln als auch die mentalen Regeln des Konflikts beherrschst und anwendest. Und damit unterscheidest du dich dann von den Unwissenden und den Theoretikern.

Was heißt es, besser zu werden in den drei Bereichen?

Klären wir zunächst einmal, was genau es bedeutet, besser zu sein.

Sex

Für mich heißt besser zu sein, dass du und alle Beteiligten mehr Vergnügen haben dabei. Einverstanden?

Kampfkunst

Hier kommt es auf deine Ziele an. Warum trainierst du?

Wenn du besser bei sportlichen Wettkämpfen sein willst, musst du entsprechend den jeweiligen Regeln den Kampf oder die Katas trainieren.

Wenn du dich auf den Ernstfall vorbereiten willst, musst du genau diesen trainieren. Du musst dich mit dem Chaos eines Kampfs ohne Regeln auseinandersetzen. Und du musst auf jeden Fall mit Kontakt trainieren, um dich auch darauf vorzubereiten, getroffen zu werden und Schläge und Tritte einstecken zu können.

Wenn du generell ein besserer Kämpfer werden willst, entscheidet sich dein Vorgehen wieder nach dem Reglement des Kampfes. Du solltest dich auf jeden Fall mit Taktik, Strategie und Finten auseinander setzen. Und eine gute Kondition solltest du dir ebenfalls antrainieren.

Konflikte

Konflikte sind im Grunde mit Wettkämpfen vergleichbar. Soziale Regeln bilden den Rahmen. Bei den meisten Konflikten geht es nicht um Leben und Tod, auch wenn wir als Beteiligte das so empfinden mögen, wenn der Konflikt ausbricht und eskaliert.

In dem Sinne solltest du dich darin üben, deine Kommunikation entsprechend meinen Anregungen von oben zu verbessern. Rede klar, wohlwollend und angemessen.

Viele Konflikte kannst du vorhersehen und damit regeln, bevor sie ausbrechen.

Auf jeden Fall solltest du lernen, deine Emotionen zu kontrollieren. Wirst du ihr Sklave, bekommst du den Tunnelblick und steigerst dich in die Eskalation des Konflikts hinein. Dann gibt es keine Gewinner mehr. Dann braucht ihr Hilfe, um überhaupt aus dem Konfliktstrudel wieder heraus zu kommen.

Wie erreichst du die Verbesserungen?

Folgende Ziele haben alle drei Bereiche gemeinsam, die ich dir als Regeln an die Hand gebe:

  • Bleibe möglichst gelassen und verspielt!
  • Bleibe aufmerksam!
  • Sei offen und neugierig!
  • Entwickele dein technisches Verständnis und Können!
  • Lerne die Eigenarten deines Gegenübers kennen und lass dich darauf ein!

Falls du dich nun fragst, wieso du im Kampfsport gelassen und verspielt sein solltest, will ich an der Stelle nur folgendes anfügen: Wenn du gelassen bleibst, bist du einerseits beweglicher und kannst Angriffen besser ausweichen. Andererseits kannst du im entscheidenden Moment effektiver kontern, weil du Muskelketten schnell aktivieren kannst.

Zur Vertiefung empfehle ich hier unsere Bücher. Und als Metapher folgende: Der Panther bewegt sich geschmeidig, weil er sprungbereit ist.  Wären dabei seine Muskeln angespannt, käme er nicht vom Fleck.

Was unterscheidet die Ziele für Verbesserungen der drei Bereiche?

Nicht so viel, wie du anfangs vielleicht gedacht hast!

Sex

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  • Irgendwann solltest du die Kontrolle aufgeben und dich fallen lassen. Denn bedeutet der Orgasmus nicht Kontrollverlust?
  • Du solltest nicht permanent der Chef sein wollen. (Hier spielen natürlich eure Vorlieben eine große Rolle. Wenn deine Dominanz auf einen eher devoten Partner trifft – habt Spaß!)  Doch probiere auch mal aus, den Partner zu ermuntern, mal die Regie zu übernehmen.
  • Eure Ziele sollten sein:
    • Selber besser werden und dem Partner helfen, besser zu werden. (Da hast ja auch du etwas davon!)
    • Allen Beteiligten (mehr) Vergnügen bereiten, selber Vergnügen erleben.

Kampfsport

Ich beziehe mich auf Sparring und sportliche Wettkämpfe. Für den Selbstschutz gelten andere Ziele.

Deine Ziele sollten  sein:

  • Dich immer kontrollieren zu können, dem Tunnelblick und Adrenalin zu widerstehen.
  • Den Sparringspartner oder Wettkampfgegner zu dominieren oder zu wissen, dass du jederzeit dominieren kannst.
  • Eure Ziele sollten sein:
    • Selber besser werden und dem Trainingspartner helfen, besser zu werden.
    • Am Sparrings- und Wettkampf Spaß zu haben.

Zur Ergänzung: Im Selbstschutz ist dein einziges Ziel, unverletzt und lebend aus der Situation herauszukommen. Deinen Gegner darfst du ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr als Menschen sondern nur noch als Bedrohung wahrnehmen. Selbstverständlich müssen deine Reaktionen dabei angemessen bleiben. (Siehe die Gesetze zur Notwehr.)

Konflikte

Deine Ziele für Konfliktverhalten sollten sein:

  • Dich immer kontrollieren zu können, dem Tunnelblick und Adrenalin zu widerstehen. Wenn du in einer Firma bist und Karriere machen willst, musst du auch für Zuschauer souverän wirken.
  • Den Konfliktpartner zu dominieren oder zu wissen, dass du jederzeit dominieren kannst.
  • Selber besser werden im Konfliktfall.
  • Eure Ziele sollten sein:
    • Bestenfalls: gemeinsam Ziele erreichen (Kooperation und dem Partner helfen und sagen, besser zu werden) oder
    • Teilziele erreichen (Kompromiss) oder
    • Ziele durchsetzen (Gewinner/Verlierer)

Letztlich geht es darum, Bedürfnisse zu befriedigen, fremde Weltbilder zu erkunden, eigene Werte zu verteidigen/zu hinterfragen, und dabei Respekt zu lernen und zu lehren.

Wie wirst du nun besser?

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Zum einen kannst du dein Wissensfundament ausbauen. Du kannst die Theorie lernen:

  • Lies Fachbücher und –zeitschriften!
  • Lies Blogs zu den Themen (z. B. meinen Blog, Abonniere meinen Newsletter.)!
  • Schau Dokumentationen!
    (Zum Thema Sex: Pornos sind kein Lehrmaterial! Diese Filme sind Männerfantasien entsprungene Märchen mit meist schrägem bis krankem Rollenverständnis.
    Kinofilme sind keine Dokumentationen! Filme im Bereich Kampfsport sind meist Märchen. Viele in Filmen dargestellten im zwischenmenschlichen Konflikte sind ebenfalls nicht optimal gelöst. Denn das böte zu lahme Dramaturgie und wenig Stoff für Träume.)
  • Nimm an Diskussionen teil! Hinterfrage kritisch auch die Meister des jeweiligen Fachs!
  • Tausche dich auch über Foren aus, hier kannst du virtuell diskutieren. Das ist allerdings meist müßig, weil sich meiner Erfahrung nach viele Menschen zu Experten aufspielen und letztlich doch nur deine Zeit stehlen.

Dann solltest du unbedingt die Praxis üben! Denn besser wirst du nur durch Machen! Durch Üben! (Übrigens kannst du letztlich jede Handlung als Übung betrachten. Das hilft, um Druck rauszunehmen.)

  • Durch ständiges Üben gerätst du eventuell später in den Flow
  • Im Kampfsport: Sparring, Kampfspiele
  • Dein Konfliktverhalten kannst du bei mir oder anderen Anbietern trainieren.

Wie findest du gute Übungsmöglichkeiten?

Für Sex:

Sobald  ich die todsichere Strategie ausformuliert habe, wie du permanent aufregende Sexpartner findest, erfährst du es als umgehend. Und mit der Vermarktung der Methode werde ich der erste Billionär der Menschheitsgeschichte.

Für den Kampfsport:

Es gibt viele Vereine und Kampfsportschulen. Suche in Foren bringt dich weiter. Meine Empfehlung: Schau dir die einzelnen Gruppen an. Wo du dich wohlfühlst, bleibst du. Es zählen der Ton und letztlich dein Spaß beim Training. Der Stil wird erst wichtig, wenn du bestimmte Ziele erreichen willst. Persönlich würde ich allerdings nie dort trainieren, wo ohne Kontakt gearbeitet wird. Das ist für mich kein KAMPFsport.

Für dein Konfliktverhalten:

Es gibt verschiedene Anbieter von Konflikttrainings. Unter anderem natürlich ich. Du kannst aber Konflikte auch spielerisch mit Freunden oder Kollegen üben. Schafft euch Spielwiesen und liefert euch spielerische Kämpfe. Legt vorher Spielregeln fest, Abbruchwörter und Zeitlimits. Und sagt euch vorher und nachher etwas Nettes. Wie genau solche Übungen funktionieren, erfährst du in meinem Trainings und hier im Blog.

Genauso wichtig wie das Machen ist Feedback.

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Wenn du keine Rückmeldung zu deinem Verhalten bekommst, kannst du nicht lernen. Insofern ist das Handeln sehr wichtig, jedoch nur der erste Teil.

Im Übrigen ist das ebenfalls eine Gemeinsamkeit der drei Tätigkeiten. Wir reden viel zu selten konstruktiv und kritisch darüber, wie wir uns dabei jeweils verhalten. Die Ursachen für unser Schweigen sind dabei unterschiedlich: Scham, Hierarchiegläubigkeit und Unwissenheit, dass man überhaupt darüber reden kann und soll.

Zurück zum Feedback. Oft bekommst du dieses im Leben inform eines Gefühls. (Dazu musst du natürlich deine Gefühle wahr- und ernstnehmen können.)

Fühlen sich dein Verhalten und seine Konsequenz gut und richtig an, waren sie das wahrscheinlich auch. Ich glaube, dass es möglichst häufig auf die Mischung aus gut und richtig ankommt. Fehlt das ethische Empfinden, wird dein Ergebnis wahrscheinlich nicht nachhaltig sein.

Beispiel: Wenn der Sex sich für dich gut anfühlt, du aber Egomane bist, kann es passieren, dass dein Partner keinen Spaß dabei hat und irgendwann keine Lust mehr auf dich. Das ist dann nicht nachhaltig.

Beispiel Konflikt: Wenn du ein Alphatier bist, dass immer recht behalten muss, so kannst du deinen Willen zwar oft durchsetzen, wirst aber im Lauf der zeit von deinen Mitmenschen gemieden werden. Oder sie spielen dir etwas vor. Wenn es dir reicht, in einer Traumwelt zu leben, ist das okay. Ich glaube aber, dass gesunde Menschen echte Erlebnisse haben wollen.

Wie bekommst du wertvolle Rückmeldungen?

  • Beim Sex kannst du die Skalenfrage stellen („Wie auf einer Skala von 1 bis 10 war es für dich? Was kann ich tun, damit du die 10 erlebst?“). Sprecht darüber! Refektiert gemeinsam! Und habt Spaß!
  • Im Kampfsport kannst du ältere Schüler und natürlich den Trainer bzw. Meister fragen. Reflektiert am besten gemeinsam. Mit entsprechender Erfahrung kannst du auch selber reflektieren, wie sich deine Bewegungen und Technikkombinationen anfühlten. Frag auch deine jeweiligen Sparringspartner.
  • Zum Konfliktverhalten: Schaff dir Übungsfelder! Reflektiere immer nach Konflikten und sei dabei selbstkritisch!

Die höchste Form zu lernen und sich zu verbessern

…ist selber zu lehren! Wenn du wirklich Menschen helfen willst, sich zu entwickeln, unterrichtest du. Dadurch musst du die Inhalte verinnerlicht haben, um sie möglichst fantasievoll und didaktisch wertvoll präsentieren und lehren zu können.

Im Kampfsport habe ich die Meinung, dass ein Schwarzgurt, der nicht unterrichtet, seinen Dan-Grad nicht verdient.

Fazit

Sex, Kampfsport und Konflikte haben gemeinsam:

  • die Leute werden dabei oft unkontrolliert lauter und
  • die wenigstens sind dabei wirklich kompetent.

Wie wirst du besser?

  • Bleibe gelassen, verspielt und aufmerksam!
  • Sei offen und neugierig!
  • Entwickele dein technisches Verständnis und Können!
  • Lerne dein Gegenüber kennen!

Auf welchen Wegen wirst du besser?

  • Durch besseres Wissen (Theorie)
  • Durch viel Üben (Praxis)
  • Durch qualifiziertes Feedback
  • Die höchste Form: Durch Lehren.

Wie bist du in den jeweiligen Bereichen besser geworden?

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