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3 Top-Strategien, wie Harmonieliebende ihre Beziehungsprobleme meistern

3 Top-Strategien, wie Harmonieliebende ihre Beziehungsprobleme meistern

Mark Oswald     23. Januar 2016     3

Ein Gastbeitrag von Mark Oswald

Beziehungsprobleme sind normal. Beziehungen beinhalten Konflikte. Erfolgreiches Beziehungsmanagement ist also auch erfolgreiches Konfliktmanagement. Wie du das als konfliktunfähiger Harmoniesüchtling schaffst, erfährst du hier.

Es gibt einen Hauptgrund, warum meine früheren Beziehungen jedes mal nach etwa einem Jahr gescheitert sind. Dieser lautet: Ich war nicht ehrlich genug. Ich habe Dinge unausgesprochen gelassen, die mich gestört haben, habe Streit vermeiden wollen und war harmoniesüchtig.

Meine Partnerinnen hatten in der Regel dasselbe Thema – und so blieben immer mehr Dinge unangesprochen. Anfangs ist das ja noch o. k. (rosa Brille), aber mit der Zeit wird das immer kritischer.

Das Ergebnis: Unser „inneres Fass“ wurde immer voller und irgendwann kam dann der Zeitpunkt, wo es übergelaufen ist!

Bäm! Der Idealfall wäre jetzt, dass es kracht, wir uns alles um die Ohren hauen, Fetzen und andere Gegenstände fliegen, die Nachbarn sich fragen ob der 3. Weltkrieg ausgebrochen ist und danach klare Luft herrscht.

Es ist zwar ekelhaft, wenn all die angestauten und archivierten Dinge alle auf einmal hoch kommen und es kracht, aber das ist immer noch besser als wenn gar nichts passiert.

Leider war noch nicht mal das bei mir der Fall! Ich war so konfliktunfähig und harmoniesüchtig, dass das volle Fass mich innerlich zerrissen hat. Statt meine Wut rauszulassen, hab ich sie gegen mich selbst gerichtet, während ich erfolglos versucht habe, sie mit Sport, Meditation und allerlei Mentaltricks zu kanalisieren.

Ich dachte dass Streit unnötig sei, der Beziehung schaden würde und hatte auch Angst davor, meine Partnerin damit zu verletzen. Ich hatte ja keine Ahnung, dass schweigen die viel schlimmeren Narben verursacht.

Wut muss ausgedrückt werden (Expression), sonst wandelt sie sich in das Gegenteil (Depression).

Letztendlich wurde ich furchtbar traurig, niedergeschlagen und frustriert, war aber wie versteinert, wenn es darum ging, selbiges zu kommunizieren. Und irgendwann war dann einfach Schluss.

Jeder Tag des Schweigens hat eine kleine Wunde verursacht, bis das Herz der Beziehung ausgeblutet war. Hätte ich doch damals schon gewusst, dass ein ehrlicher, guter Streit Wunden eher schließt statt öffnet!

„Die Liebe war halt weg“, hab ich mir gesagt. Was für ein Bullshit!

Heute weiß ich: Liebe ist vor allem eine Entscheidung. Und zu jeder Entscheidung gehören die richtigen Strategien, um sie ins Leben manifestieren zu können. Deswegen sind hier meine 3 Top-Strategien, wie du als Konfliktunfähiger mit Konflikten umgehen kannst.

1. Beziehungsprobleme – Der wichtigste Grundsatz lautet: Gefühle haben ihre Daseinsberechtigung

Wenn du dich beim Gedanken an deinen Partner unwohl/zornig/traurig fühlst, dann hat das einen Grund. Oft stecken hinter solchen Gefühlen kleine Einwände deines Unbewussten, die wichtig sein können.

Sprich mit deinem Partner offen über solche Dinge. Diskutiert darüber, was der Auslöser für dein Gefühl sein kann. Bei mir kommt in solchen Diskussionen fast immer heraus, dass dahinter ein Missverständnis oder eine Fehlinterpretation liegt oder ich einfach mal wieder Dampf ablassen muss.

Beispiel: 

Sie: Schatz, ich habe das Gefühl dass du mich für dumm hältst

Er: Wie kommst du denn darauf?

Sie: Du sagst mir regelmäßig, dass irgendwas bestimmt zu schwer für mich ist.

Er: Oha! Ich dachte immer, das spornt dich zu Höchstleistungen an! Ich dachte, du weißt, dass ich dich für ziemlich raffiniert halte!

Beachte dabei folgendes:

  • Keine Schuld: Dein Partner ist der Auslöser, aber nicht die Ursache für deine Gefühle. Lass also die Schuldzuweisungen weg, du bist selbst für deine Interpretationen verantwortlich.
  • Keine Bewertung: Wenn dein Partner dir von einem beliebigen Gefühl erzählt, lass ihn erstmal ausreden. Geh nicht gleich in die Wertung (→ richtig/falsch)
  • Lösungen suchen: Sucht nach Lösungen und nicht nach Schuldigen. Schuld ist ein Konzept, dass niemanden weiterbringt außer Menschen, die damit Macht ausüben wollen.

2. Ich mag an dir… was ich nicht mag ist…

Es gibt bestimmt 1000 Bücher darüber, wie man gutes Feedback gibt. Aber wendest du diese Strategien auch an, wenn ihr Beziehungsprobleme habt?

Ich bin immer wieder daran gescheitert, Dinge anzusprechen. Ich war nicht in der Lage, einen Rahmen aufzuspannen, in dem das Ansprechen von Dingen nicht als „verletzend“ oder „fies“ aufgenommen wurde.

In Deutschland ist die Konfliktkultur in Beziehungen in der Regel nicht vorhanden oder marode, ich kann also auch nicht voraussetzen, dass meine Partnerin von klein auf gelernt hat, Feedback als etwas Positives anzunehmen. Ich konnte es ja selbst ewig nicht! Also liegt es an mir, den ersten Schritt zu machen.

Hier ist meine Strategie, um Beziehungsprobleme auf gesunde Art anzupacken:

  1. Schritt: Einige dich mit deinem Partner darauf, dass ihr die nächsten Minuten darauf verwendet Tacheles zu reden. Klare Regeln sind von Vorteil: Ausreden lassen, ehrlich sprechen, Störungen (Handy!!!) vermeiden.
  2. Schritt: Du fängst an. Sag deinem Partner einen Satz mit folgender Struktur:
    „Ich mag an dir, dass du …. … .. Was ich nicht mag ist, dass du…..“
  3. Schritt: Dein Partner nimmt das schweigend zur Kenntnis und antwortet dann in derselben Struktur.
  4. Schritt: Wiederholt diesen Prozess so oft ihr könnt. Ich rate, mindestens 20 Durchgänge zu machen. Meistens fängt diese Übung mit sehr sanften Themen an, wie beispielsweise:
    „Ich mag an dir, dass du sehr zärtlich zu mir bist. Was ich nicht mag ist, dass du immer deine Socken liegen lässt“.
    Mit jedem Mal wird es aber knackiger! Spätestens nach dem 10. Mal solltet ihr bei den Themen angekommen sein, die wirklich interessant sind!
  5. Schritt: Wenn euch beiden nichts mehr einfällt und ihr das Gefühl habt, dass alles gesagt ist, dann könnt ihr anfangen, über diese Dinge zu sprechen. Müsst ihr aber nicht, denn oft genügt es, Dinge endlich mal ausgesprochen zu haben.
  6. Schritt (optional): Habt grandiosen Sex.

Diese Übung ist keine besondere Erfindung, keine geheime Magie, sie ist noch nicht mal besonders kreativ! Aber die Wirkung ist enorm! Es ist ein bisschen wie beim Sport. Die ersten Runden sind das Aufwärmen, das euch beide in den richtigen Bewusstseinszustand bringt, in dem offenes Sprechen funktioniert, ohne sofort auszuartern.

Wenn ihr warm seid, kommt der Hauptteil, in dem die richtig knackigen Themen rauskommen und zum Schluss wird nochmal angewärmt. Der größte Vorteil ist, dass sich durch den klaren Bezugsrahmen (frame) niemand angegriffen oder beleidigt fühlt!

Für mich als ehemaliger Konfliktunfähiger hat diese einfache Übung Welten verändert. Endlich hatte ich eine Möglichkeit, offen mit meiner Partnerin zu sprechen. Endlich konnte ich Dinge aussprechen, ohne panische Angst davor zu haben jemanden zu verletzen oder gleich die Beziehung kaputt zu machen. Großartig!!!

Wenn du Angst davor hast, diese Strategien anzuwenden, dann empfehle ich dir den Artikel „3 NLP-Strategien, die dir helfen mit Ängsten umzugehen“

Ich empfehle dir das Buch „Keine Angst vor Aggression“* In diesem großartigen Werk finden sich einige Übungen von dieser Sorte, die deine Beziehungen bereichern werden.

3. Ab in die Arena!

Arena? Kämpft man da nicht? Ja genau, richtig! Ich bin ein großer Freund davon zu kämpfen. Der Kampf ist die älteste Form der menschlichen Nähe. Beim Kampf kann ich meine angestauten Aggressionen produktiv rauslassen, kann mich richtig auspowern, bringe meine ganze Lebensenergie zum Fließen und habe einfach Spaß!

Wenn dich das Kämpfen interessiert, stöbere dazu einfach im Blog oder schau dir Axels Bücher dazu an.

„Aber ich kann meinen Partner doch nicht einfach verprügeln“, wirst du jetzt vermutlich sagen. „Richtig“, sage ich. Wie in jedem fairen Kampf braucht ihr Regeln und gegebenenfalls ein faires Handicap.

„Und wie mache ich das? Ich bin viel stärker als meine Freundin und will ihr nicht weh tun!“

Musst du auch nicht. Kauf dir einfach Mashoongas!* Mashoongas sind Bachata-Schwerter, also Schaumstoffschwerter. Machen laut Bumm, liegen super in der Hand und tun kein bisschen weh! Mit diesen Dingern kannst du nach Herzenslust auf jemanden einprügeln ohne auch nur einen blauen Fleck zu hinterlassen! Außerdem stellen sie eine großartige körperliche Ertüchtigung dar.

Während ihr beide im Kampfrausch seid und euch nach Herzenslust prügelt, könnt ihr euch auch beliebige Ausdrücke an den Kopf schmeißen. Die Improvisationsfreunde unter euch können ihren Gefühlen auch in einer erfundenen Sprache Luft machen, das macht zusätzlich nochmal Spaß.

Nach so einem Kampf sind all die angestauten Dinge raus, ihr seid beide platt und könnt wieder großartigen Sex haben.

Was großartiger Sex mit Kampfsport zu tun hat, kannst du hier nachlesen.

Ich kann es nur immer wieder wiederholen. Lass deine Emotionen im richtigen Rahmen freien Fluss. Wenn du sie nicht raus lässt, dann richten sie sich innerlich gegen dich.

Mit diesen 3 Strategien habe ich mein Beziehungsleben revolutioniert. Die Grundatmosphäre meiner Beziehungen hat sich dadurch maßgeblich verändert und ich kann endlich Konflikte führen. Das hat sich übrigens auch auf andere Lebensbereiche übertragen! Besonders im Geschäftsleben hat sich diese Strategie schon einige Male bewährt.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Umsetzen!

Dein

Mark Oswald


(Links mit * sind Affiliate Links)

3 Kommentare

  • Ein sehr guter Post. Ich glaube zu viele Menschen haben Angst davor ihre Gefühle auszudrücken und glauben deshalb, dass diese entweder bei ihnen selbst oder anderen unterdrückt werden müssen. Anscheinen kennen viele nur die destruktive Form des Gefühlsausdrucks.
  • Hallo Oliver,

    ich gebe dir vollkommen recht.

    Ich glaube aber, dass es sogar noch schlimmer ist, als du befürchtest. Viele Menschen haben gar keinen Zugang mehr zu ihren (positiven) Gefühlen. Wenn sie sie nicht mehr wahrnehmen können, schaffen sie es dann natürlich auch nicht, sie auszudrücken.

    In dem Sinne hoffe ich, dass Marks Vorschläge im Artikel auch helfen, seine Gefühle wieder wahrzunehmen und dann auszudrücken.

    Viele Grüße

    Axel

    PS: Sorry, Oliver, dein Kommentar war mir durch die Lappen gegangen. Deshalb habe ich ihn so spät freigeschaltet.
  • Da geb ich dir recht Oliver. Das Thema Gefühle gehört meiner Meinung nach an die Grundschulen!

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